22.05.2013

Kultur

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Tübkes Welttheater - 25 Jahre Bauernkriegspanorama

16 zu 9 FormatStereo

Dienstag, 25.12.2012 ǀ 06:30 - 07:00 Uhr (30 Min.)

"Das Bild hat seine Gesundheit ruiniert", sagte Brigitte Tübke-Schellenberger. Für ihren 2004 verstorbenen Mann, den Leipziger Maler Werner Tübke, war es der Auftrag seines Lebens. Auf 1.800 Quadratmetern durfte er hoch über Bad Frankenhausen eine ganze Epoche nach seinem Gusto inszenieren, den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit. Bis zu zehn Stunden täglich stand der Professor in der Rotunde auf dem Gerüst - über drei Jahre lang. Am 16. Oktober 1987 signierte er vor laufenden Kameras das Monumentalgemälde "Frühbürgerliche Revolution in Deutschland" und sagte: "Die Zeit des Leidens ist zu Ende".
Für Publikum und Kunstkritik war ein Jahrhundertwerk geboren.
Dabei war Tübke nicht einmal erste Wahl für das wichtigste Kunstprojekt der DDR. Andere hatten vor ihm abgewunken. Zu groß war die Gefahr, mit einem 123 Meter langen und 14 Meter hohen Gemälde zum deutschen Bauernkrieg zu scheitern. Das DDR-Kulturministerium machte großen Druck, das Gebäude war im Bau, der 450. Jahrestag der Schlacht 1975 und der 500. Geburtstag Thomas Müntzers rückten näher. Der malende Rektor der Leipziger Kunsthochschule war Rettung und Fluch zugleich. Tübkes Wahlspruch war immer "l'art pour l'art", die Kunst allein um der Kunst willen. Selbstbewusst ließ er sich nur teilweise auf die Wünsche der SED-Granden ein. Ein die Bauern heroisierendes Schlachten-Panorama nach sowjetischem Vorbild und die Verklärung der "frühbürgerlichen Revolution" als Vorläufer des Sozialismus lehnte er ab. Er wollte diese Zeit darstellen mit Bezügen zur Gegenwart.
Autor Daniel Baumbach hat über 50 Stunden Archivmaterial ausgewertet, Zeitzeugen interviewt und noch nicht erzählte Geschichten gefunden. Wie die vom Preispoker Tübkes um die Vorfassung des Panoramagemäldes. Um den ausgemachten Preis auf zwei Millionen DDR-Mark zu vervierfachen, drohte er die fünf Tafeln an einen Sammler im Westen zu verkaufen. Und die Stasi war ständig um sein "Wohlergehen" besorgt.
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25.05.13 | ab 20:15 Uhr

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