21.05.2013

Kultur

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Rockerpension statt Altersheim

16 zu 9 FormatStereo

Aus der Reihe "betrifft"

Samstag, 08.12.2012 ǀ 10:03 - 10:57 Uhr (54 Min.)

Das Leben der Rocker: Eine Maschine unter dem Hintern, Geselligkeit mit den Bräuten beim Bier, Zusammenhalt unter Männern. Ein Klischee vom wilden Leben. Aber auch Rocker kommen in die Jahre. Was dann? Allein zu Hause vor dem Fernseher? Oder sogar Umzug ins Alten- oder Pflegeheim? Ohne Motorrad? "Nein!", sagt eine Handvoll Rocker im Hessischen Ried und gründet den Verein "Rockerpension". Und begibt sich auf die Suche nach einem Haus, in dem alte und junge Rocker gemeinsam leben, arbeiten und feiern können. Das Ziel: Eine Rockerpension statt Altersheim, in dem nicht nur gelebt, sondern auch würdevoll gestorben werden kann.
Werner ist 64 Jahre alt, Kneipenwirt und Rocker. Besser: Altrocker. In die Jahre gekommen. Werner weiß nicht, wie lange er noch arbeiten und in seiner kleinen Kellerwohnung allein leben kann. Und was dann? Alters- oder Pflegeheim? Raus aus seiner Rockerclique, in der er sich geborgen fühlt? Rund 20 Mitglieder aus vier Motorradclubs im Hessischen Ried haben sich zusammen geschlossen und den Verein "Rockerpension" gegründet. Ziel: Eine Wohnstätte, in der alte und junge Rocker gemeinsam leben können. Eine Kneipe, in der Werner weiter arbeiten kann, solange es geht. Eine Motorradwerkstatt, in der erfahrene Rocker dem Nachwuchs das Schrauben beibringen. Ein Haus, in dem altersschwache Rocker gepflegt werden können.
Wie soll das gehen - ohne Vermögen? Und wo könnte das sein - ohne dass sich Nachbarn gegen Motorrad- und Kneipenlärm wehren? Frank Mittelstädt ist einer der Initiatoren des Verein, im bürgerlichen Leben Betriebsrat bei einem Autobauer. Unermüdlich ist Frank unterwegs, sucht nach Sponsoren, lässt sich beim Steuerberater Spitzfindigkeiten erklären. Sogar bis an die Schweizer Grenze fährt er mit seinen Rockerkollegen, um sich ein mögliches Geschäftsmodell anzuschauen.
Bernhardt Köppler ist Architekt bei einer großen sozialen Wohnungsbaugesellschaft. Als er vom dem Projekt hört, nimmt er spontan Kontakt zu den Rockern auf, er ist begeistert. Über seine Firma hat er Zugang zu Wohnobjekten, die zum Verkauf stehen. Eine leer stehende Kurklinik im Odenwald zum Beispiel und eine stadtnahe, denkmalgeschützte Mühle. Schwierige Entscheidungen für die Rocker stehen an. Steigt man groß ein oder eher klein? Und wie ist das alles zu finanzieren?
Für "betrifft: Rockerpension statt Altersheim" begleitet Autor Klaus Balzer die Rocker zwei Jahre lang in ihrem Bemühen, das Projekt auf die Beine zu stellen. Skurril, komisch, ernsthaft, engagiert - die Reportage bietet einen Einblick in Denkweisen und Lebensvisionen von Rockern, die alles sind - nur nicht gewalttätig und kriminell. Sie wollen eigentlich nur das, was alle wollen: In Würde alt werden.
Sexueller Missbrauch von Kindern in der Familie

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25.05.13 | ab 20:15 Uhr

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