24.11.2017

Kultur

Robotron - High Tech made in GDR

16 zu 9 FormatStereo

Spurensuche in Ruinen - Thema: Spitzenindustrie der DDR

Samstag, 03.11.2012 ǀ 20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)

Der Film zeigt Erfolge, Schicksale und Scheitern.
1969 wurde das Kombinat "robotron"- durchaus nach dem Vorbild westlicher Konzerne - aus verschiedenen Betrieben zusammengefügt. Allein in Mitteldeutschland gab es 16 Standorte, in die 400 Millionen Mark für Neubauten und Modernisierungen investiert wurden. Die SED-Wirtschaftsstrategen verbanden die größten Hoffnungen und Ambitionen damit. Das Kerngeschäft von "robotron" bestand von Anfang an darin, Computer, Rechentechnik, sowie das entsprechende Zubehör in Serie herzustellen. Für die DDR und für den Export.
In den zwanzig Jahren seines Bestehens wurde "robotron" zum größten Industriekombinat der DDR und gleichzeitig zum Inbegriff dessen, was an moderner Technik im Sozialismus möglich war. Bei Insidern im In- und Ausland waren die Leistungen der "robotron"-Ingenieure durchaus anerkannt. Dennoch wurde "robotron" das Image des ewigen Zweiten nie los. Der Abstand zur stets angestrebten Weltspitze wurde nicht kleiner, sondern im Laufe der Jahre immer größer. Obwohl die "Robotroner", wie sie sich selbst nannten, den Bits und Bites durchaus kreativ und engagiert auf den Fersen blieben.
1989 zählte die Belegschaft des Kombinates 68.000 Ingenieure, Techniker, Wissenschaftler und Produktionsarbeiterinnen. 21 Betriebe - in Dresden, Weimar, Sömmerda, Karl-Marx-Stadt, Erfurt, Radeberg, Zella-Mehlis, Bad Liebenwerda, Pirna, Leipzig. Der Umsatz belief sich auf 12,8 Milliarden DDR-Mark. Eine Erfolgsgeschichte, die ein Jahr später allerdings zu Ende gehen sollte. Am 01.07.1990 wird das Kombinat "robotron" ad acta gelegt. Zwar konnten nur fünf Prozent der Belegschaft in Nachfolgeunternehmen direkt weiter beschäftigt werden, darüber hinaus aber förderte das Potential der hochqualifizierten "robotron"-Fachkräfte die Unternehmensansiedlungen im Großraum Dresden. Insofern reicht die Erfolgsgeschichte bis in die Gegenwart.

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