01.10.2014

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Pläne, Pech und Pleiten (2/2)

16 zu 9 FormatStereo

Wirtschaft unter Honecker

Sonntag, 10.02.2013 ǀ 18:00 - 18:45 Uhr (45 Min.)

Befragt werden ehemalige Leiter bedeutender Industriekombinate der DDR und Historiker, die sich mit diesen Problemen auseinandergesetzt haben. Selten gesehenes Archivmaterial, grafisch anschaulich und humorvoll gestaltete Statistiken und Erläuterungen erzählen eine unterhaltsame Wirtschaftsgeschichte der DDR.
Ausgewählte Aspekte beschreiben dabei die wirtschaftliche Entwicklung der DDR. Von der Bevorzugung der Schwerindustrie und der Errichtung sozialistischer Großprojekte wie dem Eisenhüttenkombinat Ost bis zum unwirtschaftlichen Umgang mit den Subventionen. Von der Vernachlässigung der Konsumgüter-Produktion über die Umsetzung des Planes, der Preispolitik bis zur zerstörerischen Zerschlagung des Mittelstandes. Joachim Lezoch wird in den 70er-Jahren der jüngste Generaldirektor der DDR. Er regiert später über fast 60 Betriebe und 47.000 Beschäftigte. Die Planvorgaben sind ihm eher Last als Ansporn. Die Regel ist, jedes Jahr ein paar Prozente mehr. Wer will da eine höhere Leistung bringen, wenn es im nächsten Plan noch mehr sein muss. Doch die heiligen Kühe durften nicht geschlachtet werden. Der erfolgreiche Generaldirektor kämpft immer wieder gegen die unsinnigen Subventionen an. Kinderschuhe sind hoch subventioniert. Lezoch schlägt ein Kindergeld vor und Schuhe für einen realen Preis. Für Honecker ein Tabuthema.
Die DDR lebt schon lange über ihre Verhältnisse. Die Subventionen für die Grundbedürfnisse stiegen von 1,1 Milliarden Mark im Jahr 1960 auf 56,8 Milliarden Mark 1987. Michael Bauer lernt den Staat nicht von seiner "großzügigen" Seite kennen. Anfang der 70er wird der Betrieb des Vaters endgültig verstaatlicht. Der neue Parteichef Erich Honecker lässt in dieser Zeit fast den gesamten privaten Mittelstand enteignen. Politischer Starrsinn, der auch ökonomische Folgen hat. Die kleinen Betriebe verlieren unter staatlicher Leitung an Flexibilität. Versorgungslücken entstehen. Die großen Industriekombinate werden per Beschluss gezwungen, Konsumgüter zu produzieren. Nun gibt es Blumentischchen aus einer Rostocker Werft, Plüschtiere aus dem Braunkohlekombinat oder Holzbrettchen mit Zinkätzungen aus dem Mansfelder Walzwerk.
Trotz dieser seltsamen Förderung der Konsumgüterproduktion bleiben immer wieder die Regale der Warenhäuser leer. Denn der Staat ist zunehmend im Ausland verschuldet und kann nur durch den "Export um jeden Preis" seinen Devisenbedarf befriedigen. Die Waren werden oft unter den Produktionskosten verschleudert. Der Osten wird zur billigen Werkbank des Westens. Die Bevölkerung muss auf hochwertige Konsumgüter verzichten. Der Unmut über das politische und wirtschaftliche System wächst.

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