21.10.2014

Kultur

Pläne, Pech und Pleiten (1/2)

16 zu 9 FormatStereo

Wirtschaft unter Ulbricht

Montag, 04.02.2013 ǀ 06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)

Befragt werden ehemalige Leiter bedeutender Industriekombinate der DDR und Historiker, die sich mit diesen Problemen auseinandergesetzt haben. Selten gesehenes Archivmaterial, grafisch anschaulich und humorvoll gestaltete Statistiken und Erläuterungen erzählen eine unterhaltsame Wirtschaftsgeschichte der DDR.
Ausgewählte Aspekte beschreiben dabei die wirtschaftliche Entwicklung der DDR. Von der Bevorzugung der Schwerindustrie und der Errichtung sozialistischer Großprojekte wie dem Eisenhüttenkombinat Ost bis zum unwirtschaftlichen Umgang mit den Subventionen. Von der Vernachlässigung der Konsumgüter-Produktion über die Umsetzung des Planes, der Preispolitik bis zur zerstörerischen Zerschlagung des Mittelstandes.
Im Wettkampf der beiden Wirtschaftssysteme starten die beiden deutschen Staaten mit einer unterschiedlichen Ausgangslage. Im Osten drückt die "führende" Partei nach sowjetischem Vorbild das Modell der Planwirtschaft durch. Der Westen entscheidet sich für die Marktwirtschaft. Schon bald nach Kriegsende beginnt im Westen mit Unterstützung des Marshall-Plans langsam und stetig der wirtschaftliche Aufstieg. Der Osten muss jedoch auf solche Unterstützung durch die Besatzungsmacht verzichten. Reparationen an die Sowjetunion entziehen ihm die letzte verbliebene industrielle Basis. Nur mit großer Anstrengung und Verzicht kommt die Wirtschaft wieder in Gang. Dem Aufbau der Schwerindustrie wird Vorrang gegeben - die Konsumgüter-Produktion vernachlässigt. Staat und Partei unter Leitung von Walter Ulbricht übernehmen die Planung und Lenkung der Wirtschaft.
Als Michael Bauer nach der Wende den väterlichen Betrieb von der Treuhand übernimmt, ist vom einstigen Glanz des Unternehmens wenig geblieben. Die Gebäude marode, der Maschinenpark überaltert. Die verstaatlichte Damastweberei in Aue produziert Bett- und andere Wäsche im oberen Preissegment. Schon in den 50er-Jahren erzielt der Betrieb seines Vaters gute Exporterlöse. Der junge Michael Bauer wächst auf dem Betriebsgelände auf. Es gefällt ihm, wie der Vater im Betrieb agiert und mit den Angestellten umgeht. Aber dann muss er 1953 erleben, wie Vater und Großmutter unter fadenscheinigen Vorwänden verhaftet werden. Nach dem 17. Juni werden beide aus der Haft entlassen, das Urteil rückgängig gemacht. Doch es wird nicht der letzte staatliche Eingriff in den Betrieb sein.
Nur einmal versucht Ulbricht die festgefahrene Planwirtschaft zu erneuern. Sein Projekt - das NÖPLS - Neues ökonomische System der Planung und Leitung. Die zentrale Gängelei wird heruntergeschraubt, Betriebe können mit Gewinnen arbeiten und müssen für Verluste gerade stehen. Der jüngste Banker der DDR, Edgar Most, erinnert sich gut an diese Zeit, in der man auch diskutiert hat, ob ein sozialistischer Betrieb nicht Pleite gehen kann. Der spätere Generaldirektor Joachim Lezoch sah darin Ansätze einer Managerkultur im Sozialismus. Wirtschaftlich klug arbeiten, für das Volk und nicht für die Aktionäre - so hatte er sich seine Arbeit vorgestellt. Die Reform schlief ein und ein neuer Mann kündigte sich an mit neuen Versprechen.

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