31.07.2014

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Tod in der Fabrik: der Preis für billige Kleidung - Moderation: Anja Reschke

Freitag, 07.12.2012 ǀ 20:15 - 20:45 Uhr (30 Min.)

Es ist nicht viel, was bleibt: Rehana zeigt uns ein Familienfoto mit ihren vier Töchtern. Sie haben von einem besseren Leben geträumt, wollten hart arbeiten für eine Zukunft ohne Armut. In langen Schichten nähten sie Jeanshosen für deutsche Textilmärkte. Doch dann kam das Feuer. Am 11. September 2012, kurz vor 19.00 Uhr, brach ein Brand aus, der schnell alle Fabrikräume ergriff.
Die Menschen wollten fliehen, doch sie konnten nicht. Wahrscheinlich sind auch Rehanas Töchter in Panik zu den Fenstern gerannt, haben die Notausgänge gesucht. Doch die Fenster waren vergittert, die Türen nach Angaben vieler Arbeiter offenbar verschlossen. Fast täglich erschüttern uns neue Details aus unseren Nähstuben in Fernost.
Abgebrannte Fabriken, Aufpasser, die die Türen verriegeln, schlampiger Brandschutz. Gewiss, auch die örtlichen Brandbekämpfer haben jämmerlich versagt. Doch es ist vor allem die Gier westlicher Konzerne, die offenbar die Preise drücken und den Druck an die Zulieferer weitergeben. Effizienter Brandschutz ist häufig das Letzte, was auf der Liste der Fabrikbesitzer steht.
Rasch ist man um Schadensbegrenzung bemüht. Opfer werden entschädigt, Fehler eingeräumt. Doch es ist unübersehbar, dass etwas nicht stimmt mit der Geschäftsaufteilung zwischen Deutschland und den Produktionsländern. Jahrelang sollten Zertifikate den Kunden Sicherheit vorspielen. In bunter Werbung wurde das Bild von Kontrolle und Verantwortung bemüht.
Doch die Überprüfungen, die sogenannten Audits, sind meistens allenfalls Momentaufnahmen - fast immer angekündigt. Die Zertifizierer, die die Papiere ausstellen, sind häufig weit über die Welt verstreute Großunternehmen. Brandschutzkontrolle mit Fernsteuerung. Nach Untersuchungen von Instituten sind fast 700 Menschen in den vergangenen Jahren bei Fabrikbränden allein in Pakistan und Bangladesch ums Leben gekommen. Sie produzierten billige Kleidung und bezahlten einen hohen Preis dafür.

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