20.08.2014

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Münchner Runde

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Angst vor dem Abstieg: Geht die Mittelschicht pleite? - Moderation: Ursula Heller

Donnerstag, 29.11.2012 ǀ 08:15 - 09:00 Uhr (45 Min.)

  • Stefan Rottmann (Bürgermeister in Schonungen, SPD)
...er relativiert: "Die breite Masse der Bevölkerung schwelgt nicht im Reichtum, ist aber auch nicht von akuter Armut bedroht." Aber: "Es ist kaum zu leugnen, dass das Gefälle zwischen arm und reich immer extremer wird. Verantwortlich hierfür ist das Streben nach Gewinnmaximierung: Immer mehr Menschen werden ausgebeutet zu Sklaven der Finanzwirtschaft." In die Politik scheint er wenig Vertrauen zu haben, denn: "So lange die 'kalte Progression' der Regierung in die Karten spielt, wird sich wohl wenig ändern. Kleine Steuergeschenke halten die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig bei Laune." Trotzdem ist er der Meinung: "Die Reichensteuer ist sicher ein Instrument, doch sie birgt auch viele Risiken."
  • Hans Rudolf Wöhrl (Unternehmer)
...hält die Abstiegsängste für überzogen: "Wir klagen auf sehr hohem Niveau. Ein Hartz-IV-Empfänger hat heute den Lebensstandard eines Adeligen aus dem 18. Jahrhundert. Dafür werde ich zwar ausgelacht, aber es stimmt." Er warnt: "Wir stehen mit einer hungrigen, globalisierten Welt im Wettbewerb: Ein Wettbewerb um Arbeitsplätze, Investoren, um 'die Reichen'". Und: "Ich kenne viele Leute, die sich wegen dieser Neiddebatte für immer ins Ausland verabschiedet haben und dort erfolgreich ihre Unternehmen betreiben." Darum rät er: "Jede Partei sollte also sehr sorgsam überlegen, ob ein auf Neid basierender Wahlkampf wirklich im Interesse des Landes und dessen Bürger ist."
  • Walter Wüllenweber ("stern"-Journalist und Autor: "Die Asozialen - wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren")
...er warnt: "Ober- und Unterschicht haben sich in ihre Parallelgesellschaft zurückgezogen und meiden den Kontakt zur Mitte. Beide leben auf Kosten der Mittelschicht. Beide leben von leistungslosem Einkommen: die einen von Sozialtransfers, die anderen von Kapitalerträgen." Und: "Für beide wurde das Tricksen zum Teil ihrer Lebensform: Die einen tricksen beim Finanzamt, die anderen beim Sozialamt." Er übt harte Kritik: "Die Politik fördert die Parallelgesellschaften - mit Geld. Für die Reichen wurden die Steuern in nie gekannter Größenordnung gesenkt. Gleichzeitig wurden die Sozialtransfers so weit erhöht, dass sich am unteren Ende das Arbeiten oft nicht mehr lohnt."
Ursula Heller, Moderatorin
"Meine Aufgabe ist es, komplizierte Sachverhalte so zu übersetzen, dass sie jeder versteht. Die Interviewpartner gilt es herauszufordern, damit sie sich nicht hinter vorgestanzten Verlautbarungen verstecken können." So beschreibt Ursula Heller ihre Arbeit bei der "Münchner Runde". Seit 1990 ist sie beim Bayerischen Fernsehen. Jahrelang moderierte sie die Nachrichtensendung "Rundschau-Magazin". Heute führt sie neben der "Münchner Runde" auch durch das Politikmagazin "Kontrovers".

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