22.05.2013

Kultur

Das Kernkraftwerk Rheinsberg

16 zu 9 FormatStereo

Aus der Reihe "Geheimnisvolle Orte"

Mittwoch, 06.02.2013 ǀ 22:07 - 22:52 Uhr (45 Min.)

Es ist das erste Kernkraftwerk auf deutschem Boden - erbaut inmitten eines brandenburgischen Naturschutzgebietes. Keine andere Technologie wurde in der frühen DDR so hoch gepriesen wie die Kernenergie und keine war mit größeren Erwartungen verbunden. Das Mitte der 1950er Jahre anbrechende Atomzeitalter sollte auch den Arbeiter- und Bauernstaat in eine leistungsfähige Industrienation verwandeln und damit zugleich seine Überlegenheit im Systemwettbewerb mit der Bundesrepublik demonstrieren.
Doch das ehrgeizige Ziel, bis 1975 insgesamt 15 Kernkraftwerke zu errichten und dadurch die Braunkohle als Energieträger abzulösen, wurde nicht eingelöst. Am 9. Mai 1966 wurde der Rheinsberger Atommeiler in Betrieb genommen und als sozialistische Errungenschaft gefeiert. Der Wettlauf mit der Bundesrepublik schien gewonnen. Grundremmingen in Bayern ging erst drei Monate später ans Netz. Mit 70 Megawatt deckte das Kernkraftwerk Rheinsberg den Energiebedarf einer Stadt wie Potsdam.
Mit dem Bau des Kraftwerkes verändert sich das beschauliche Rheinsberg in eine Industriestadt. Mit 670 Mitarbeitern wurde es zum größten Arbeitgeber der Region. Obwohl die Anlage nur durch einen Maschendrahtzaun geschützt war, gab sie in der Bevölkerung zu Spekulationen Anlass. Ein schwerwiegender Störfall ereignete sich 1987, als radioaktive Flüssigkeit ins Erdreich drang. Nach der Wende wurde Rheinsberg im Juni 1990 vom Netz genommen - zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. Es genügte nicht den notwendigen Sicherheitsstandards der Bundesrepublik.
1995 begann man, das Kernkraftwerk zurückzubauen, eine langwierige und zugleich einmalige Aufgabe. Bisher hat es in Deutschland einen so komplexen Rückbau nicht gegeben. Dabei zeigt sich exemplarisch, mit welchen Problemen und Risiken diese Technologie behaftet ist. Was wird vom Kernkraftwerk Rheinsberg bleiben? Ein technisches Denkmal oder eine grüne Wiese?
Der Film von Lutz Pehnert beschreibt den Bau und den Betrieb des KKW Rheinsberg. Ehemalige und heutige Mitarbeiter kommen zu Wort und berichten, wie es damals war, in einem Kernkraftwerk zu arbeiten, ob sie Angst vor Strahlung hatten, welcher Zukunftsglaube in der Technologie steckte. Aber auch die Schwierigkeiten - Störfälle, Privilegien der Mitarbeiter, ein Todesfall - werden auf spannende Weise erzählt. Eine überzeugende Dokumentation, die den Geheimnisvollen Ort Rheinsberg von verschiedenen Seiten beleuchtet, und zugleich ein Zeitdokument über die DDR und ihre Fortschrittsgläubigkeit und ihr Streben, besser als die Bundesrepublik zu sein. (Erstausstrahlung)
Sexueller Missbrauch von Kindern in der Familie

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25.05.13 | ab 20:15 Uhr

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